Abb 30 Visualisierung Geb Nudeansicht S Adwest mit PV Modulen

Umbau

Die Schulanlage Melchenbühl genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr, weder räumlich noch funktional. Nach heutigem Bildungsverständnis sind vielfältige Unterrichtsmethoden und Lernformen am besten geeignet, die Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern. Dazu gehört, dass Kinder in Gruppen gemeinsam lernen und dabei wertvolle Erfahrungen sammeln. Hierfür fehlen heute im Melchenbühl die Räume. Ebenso mangelt es an Arbeitsplätzen für Lehrerinnen und Lehrer sowie an Sitzungszimmern für Gespräche mit Eltern und Fachpersonen.

Auch die energetischen und technischen Bedingungen sind veraltet. Mehrere Fenster lassen sich nicht mehr öffnen; der Sonnenschutz ist defekt; im Sommer sind die Temperaturen in den Klassenzimmern sehr hoch, besonders in den zwei obersten Stockwerken; im Winter entsteht kalter Luftzug. Auch die Brandmeldeanlage und die Fluchtwege müssen den heutigen Standards angepasst werden.

Nach der Sanierung verfügt das Schulhaus über genügend Räume – und die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen können bei angenehmen Temperaturen arbeiten. Zusätzlich zur Nachtauskühlung wird eine aktive Kühlung eingebaut. Künftig ist das Schulgebäude so ausgerüstet, dass auch Kinder mit körperlichen Einschränkungen eingeschult werden können. Rund ums Schulhaus entstehen neue Schattenplätze und eine anregende Spiellandschaft, was vermehrt auch Schulunterricht im Freien ermöglicht. Rund 50 Prozent der heute asphaltierten oder mit Verbundsteinen besetzten Fläche wird entsiegelt.

Die vorgezogene Umnutzung des 2020 erworbenen ehemaligen Kirchgemeindehauses ist ein zentraler Puzzlestein in der Lösung des Raumproblems: Dank dem Umzug der Tagesschule in den Pavillon liess sich das bereits für das aktuelle Schuljahr 2023/2024 notwendig gewordene zusätzliche Klassenzimmer im Schulgebäude realisieren. Der Pavillon bietet auch Platz für die dritte Kindergartenklasse – ohne diesen Raum müssten die Kinder einen Kindergarten in einem anderen Quartier besuchen. Und dank der ebenfalls schon erfolgten Verschiebung der Bibliothek lassen sich im Schulgebäude im Zuge der Sanierung neue Gruppenräume einrichten. Mit dem Umzug der Tagesschule, des Kindergartens und der Bibliothek wird im Schulhaus der Platz für die dringend benötigten Räume frei.

Die Kinder erhalten deutlich bessere Bedingungen für einen erfolgreichen Schulunterricht. Nach heutigem Bildungsverständnis sind vielfältige Unterrichtsmethoden und Lernformen am besten geeignet, die Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern; nebst frontalem Klassenunterricht lernen die Kinder heute auch in Gruppen oder in Einzelarbeit, unterstützt durch die Lehrpersonen. Für diese Lernformen, wie sie der Lehrplan 21 vorgibt, fehlen im Schulhaus Melchenbühl die nötigen Räume. Die Kinder müssen in einem Schulzimmer in mehreren Gruppen arbeiten, was die Konzentration erschwert – oder sie sind gezwungen, auf die Korridore auszuweichen. Ebenso fehlen Arbeitsplätze für Lehrpersonen sowie Sitzungszimmer für Gespräche mit Eltern und sonstigen Fachpersonen. Künftig verfügt das Schulhaus über genügend Gruppenräume und Sitzungszimmer. Die energetische Sanierung und die neue Lüftung ermöglichen einen Schulunterricht bei angenehmem Raumklima.

Die Schulanlage und der Pavillon werden an die Fernwärme angeschlossen. Der Bau der Anschlussleitungen ist 2024 geplant. Die Gebäude auf dem Areal inklusive Hallenbad werden somit künftig mit Fernwärme geheizt – ausser die Kindergärten 1 und 2, für die weiterhin die bestehende Luft-Wasser-Wärmepumpe vorgesehen ist. Für die Stromerzeugung wird auf dem Dach der Turnhalle sowie an den Fassaden der Turnhalle und des Schulhauses eine Photovoltaikanlage installiert. Sie wird mehr Strom produzieren, als die Schule benötigt: Die über das ganze Jahr geschätzte Produktion beträgt 155 MWh und der aktuelle Verbrauch 140 MWh. Der gemittelte Jahres-Eigenverbrauchswert liegt bei 55 Prozent. Ungeeignet für eine Photovoltaik-Anlage ist – wegen verschiedener Haustechnik-Aufbauten und Installationen – das Schulhausdach.

Rund 50 Prozent der heute asphaltierten oder mit Verbundsteinen besetzten Fläche wird entsiegelt. Dadurch verbessert sich das Mikroklima. Weiter ist vorgesehen, als Schattenspender rund 40 zusätzliche Bäume und diverse Sträucher zu pflanzen. Bei der Auswahl der Pflanzen wird darauf geachtet, dass sie dem fortschreitenden Klimawandel standhalten. Eine Begrünung der überdachten Verbindungswege hingegen ist wegen der statischen Bedingungen nicht möglich. Von der neu gestalteten und aufgewerteten Umgebung der Schulanlage profitieren ausserhalb der Unterrichtszeiten auch die Kinder der Nachbarschaft.

Ein Neubau wäre deutlich teurer als die Sanierung. Allein die Mehrkosten für das Schulhaus – also ohne Turnhalle, Hallenbad und Aussenraum – betragen rund 2,4 Mio. Franken. Für die Sanierungsvariante spricht auch der Aspekt der Nachhaltigkeit: Im Vergleich zum Neubau lässt sich in erheblichem Mass graue Energie sparen. Die Gesamtsanierung für die Schulanlage inklusive Turnhalle, Hallenbad und Aussenraum kostet 14,4 Mio. Franken. Die Kostengenauigkeit des vorliegenden Bauprojekts beträgt plus/minus 10 Prozent inklusive Nebenkosten, Reserven und 7.7 Prozent Mehrwertsteuer. Ein externes Büro hat die Kosten des Vorprojekts überprüft und eine solide Kostenermittlung attestiert.

Die Kostenschätzung von 14,4 Mio. Franken basiert auf dem Baukostenindex für Hochbauten vom Oktober 2022. Die seitherige Teuerung ist nicht berücksichtigt, jedoch sind hierfür Reserven eingebaut. Der Baukostenindex von 2022 enthält die kräftige Baupreissteigerung von fast 8 Prozent seit 2021. Inzwischen hat sich die Teuerungssituation entspannt. Aber klar: Falls zum Beispiel die Preise für Photovoltaik-Panels in den nächsten Monaten um 20 bis 30 Prozent steigen oder andere Materialien sich massiv verteuern, wird sich dies auf die Gesamtkosten auswirken.

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