Abb 36 Visualisierung Korridor mit Sitztreppe und Garderobe im UG

Fragen und Antworten

Ausgangslage und Nutzen

Die 1971 erbaute Schulanlage mit Turnhalle und Hallenbad ist in mehrfacher Hinsicht veraltet. Sie genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr, weder räumlich noch funktional. Das erschwert einen zeitgemässen Schulunterricht. Ebenso wenig erfüllen die Gebäude die heutigen energetischen, technischen und betrieblichen Standards. Die Gesamtsanierung löst mehrere Probleme auf einmal: Zusammen mit der Umnutzung des benachbarten ehemaligen Kirchgemeindehauses (heute Pavillon) verbessert sie die Voraussetzungen für den Schulunterricht und stellt den mittel- und langfristigen Schulraumbedarf im Quartier sicher; mit dem Umzug der Tagesschule, des Kindergartens und der Bibliothek in den Pavillon wird im Schulhaus Platz frei für ein zusätzliches Klassenzimmer und weitere dringend benötigte Räume. Gleichzeitig sinken mit der Gesamtsanierung die Betriebs- und Unterhaltskosten sowie der CO2-Austoss.

Mehrere Fenster lassen sich nicht mehr öffnen. Der Sonnenschutz ist defekt. Im Sommer sind die Temperaturen in den Klassenzimmern infolge schlechter Dämmung sehr hoch, besonders in den zwei obersten Stockwerken. Im Winter entsteht kalter Luftzug. Der Brandschutz ist in Teilen der Schulanlage lückenhaft. Die Haustechnik ist anfällig für Schäden; bereits kam es zu einzelnen Rohrbrüchen. Auch die Brandmeldeanlage und die Fluchtwege müssen den heutigen Standards angepasst werden.

Die Kinder erhalten deutlich bessere Bedingungen für einen erfolgreichen Schulunterricht. Nach heutigem Bildungsverständnis sind vielfältige Unterrichtsmethoden und Lernformen am besten geeignet, die Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern; nebst frontalem Klassenunterricht lernen die Kinder heute auch in Gruppen. Für diese Lernformen, wie sie der Lehrplan 21 vorgibt, fehlen im Schulhaus Melchenbühl die nötigen Räume. Die Kinder müssen in einem Schulzimmer in mehreren Gruppen arbeiten, was die Konzentration erschwert – oder sie sind gezwungen, auf die Korridore auszuweichen. Ebenso fehlen Arbeitsplätze für Lehrerinnen und Lehrer sowie Sitzungszimmer für Gespräche mit Eltern und sonstigen Fachpersonen. Künftig verfügt das Schulhaus über genügend Gruppenräume und Sitzungszimmer. Die energetische Sanierung und die neue Lüftung ermöglichen einen Schulunterricht bei angenehmem Raumklima. Angesichts des Klimawandels wird zusätzlich zur Nachtauskühlung eine aktive Kühlung eingebaut. Dank neuen Schattenplätzen rund um das Schulhaus verbessern sich zudem die Möglichkeiten für Schulunterricht im Freien. Neu ist das Schulgebäude so ausgerüstet, dass Kinder mit körperlichen Einschränkungen eingeschult werden können. Aktuell hat das Gebäude weder einen Aufzug noch ein gesetzeskonformes Behinderten-WC.

Seit 2016/2017 ist die Zahl der Schulklassen im Melchenbühl von 4 auf 7 gestiegen und jene der Kindergartenklassen von 2 auf 3. Im Schuljahr 2024/2025 ist mit einer zusätzlichen Schulklasse zu rechnen, danach wieder mit einer weniger. Für die Entwicklung der Klassenzahl ist in erster Linie die Verjüngung der Bevölkerung im Quartier massgebend, weniger die Bautätigkeit. Diese bleibt begrenzt: Abgesehen von der neuen Siedlung Rütibühl mit rund 80 Wohnungen sind nur Ersatzbauten für bestehende Gebäude mit leicht höherer Ausnutzung erlaubt (Zone W2 / Wohnhäuser mit 2 Geschossen). Die geplanten Wohnungen in der Siedlung Rütibühl eignen sich nur teilweise für Familien. Die Prognosen für die Anzahl Schülerinnen und Schüler werden jährlich überprüft und aktualisiert. Bisher haben sie sich als zuverlässig erwiesen.

Die vorgezogene Umnutzung des 2020 erworbenen ehemaligen Kirchgemeindehauses ist ein zentraler Puzzlestein in der Lösung des Raumproblems: Nur dank dem Umzug der Tagesschule in den Pavillon liess sich das bereits für das aktuelle Schuljahr 2023/2024 notwendig gewordene zusätzliche Klassenzimmer im Schulgebäude realisieren. Der Pavillon bietet auch Platz für die dritte Kindergartenklasse – ohne diesen Raum müssten die Kinder einen Kindergarten in einem anderen Quartier besuchen. Und dank der Verschiebung der Bibliothek lassen sich im Schulgebäude im Zuge der Gesamtsanierung zum Beispiel neue Gruppenräume einrichten.

Aktuell reicht die Fläche für die Nachmittagsspitze mit 61 Kindern, aber nur weil ein Teil der Kinder im dafür wenig geeigneten Hauswartsgebäude betreut wird. Die Mittagsspitze mit 97 Kindern lässt sich dadurch abdecken, dass die Kinder im Eingangsbereich des Pavillons essen. Gemessen am Richtwert von 4 m2 pro Kind – er darf leicht unterschritten werden – fehlen heute 26 m2. Im Quartier zusätzliche geeignete Räume zu mieten, hat sich als unmöglich herausgestellt. Bis 2035 wird mit einer Zunahme der Kinder in der Tagesschule um 12 Prozent gerechnet. Dadurch wird sich das Flächendefizit von heute 26 auf 117 m2 erhöhen. Der Umzug in den Pavillon verbessert die Situation somit nur kurzfristig. Bis Ende 2023 wird das Konzept für die Planung der Tagesschulen in der Gemeinde überarbeitet. Der Bericht wird das langfristige strukturelle Flächendefizit der Tagesschule im Melchenbühl aufzeigen. Danach wird der Gemeinderat über das weitere Vorgehen diskutieren.

Nachhaltigkeit und Energie

Gegenüber einem Neubau wird mit der Sanierung eine erhebliche Menge grauer Energie eingespart. Ins Gewicht fällt vor allem der Betonbau (Sockelgeschoss und Hallenbad), der dank Sanierung nicht zurückgebaut und neu erstellt werden muss. Für die Sanierung werden ressourcenschonende Materialien verwendet; massgebend sind die Ecobau-Vorgaben für nachhaltiges Planen und Bauen. Um den Energieverbrauch klein zu halten und Treibhausgasemissionen zu vermeiden, soll zudem wenn möglich das bestehende Baumaterial wiederverwendet werden.

Die Schulanlage und der Pavillon werden an die Fernwärme angeschlossen. Der Bau der Anschlussleitungen ist 2024 geplant. Die Gebäude auf dem Areal inklusive Hallenbad werden somit künftig mit Fernwärme geheizt – ausser die Kindergärten 1 und 2, für die weiterhin die bestehende Luft-Wasser-Wärmepumpe vorgesehen ist. Für die Stromerzeugung wird auf dem Dach der Turnhalle sowie an den Fassaden der Turnhalle und des Schulhauses eine Photovoltaikanlage installiert. Sie wird mehr Strom produzieren, als die Schule benötigt: Die über das ganze Jahr geschätzte Produktion beträgt 155 MWh und der aktuelle Verbrauch 140 MWh. Der gemittelte Jahres-Eigenverbrauchswert liegt bei 55 Prozent. Ungeeignet für eine Photovoltaik-Anlage ist – wegen verschiedener Haustechnik-Aufbauten und Installationen – das Schulhausdach.

Aktuell wird sie zu 100 Prozent mit Biogas erzeugt. Für die geplante Holzheizung ist ein zonenkonformer und verkehrstechnisch geeigneter Standort gefunden. Die Gemeindebetriebe Muri sind (GBM) planen ausserdem eine Wärmeerzeugung mit Tiefengrundwassser an der Aare; bis diese Anlage realisiert ist, wird es aber noch länger dauern.

Das Hallenbad im Melchenbühl entspricht einem breiten Bedürfnis: Es wird nicht nur von den Kindern und Jugendlichen sämtlicher Schulen von Muri-Gümligen benutzt, sondern ebenso von mehreren Vereinen und vielen weiteren Gruppen. Hallenbäder sind jedoch generell energieintensiv und vergleichsweise teuer im Bau, Unterhalt und Betrieb.

Die Dämmung der Gebäudehülle und die neuen Fenster verringern den Energieverlust. Zu mehr Energieeffizienz tragen auch die neue Lüftungsanlage und die Möglichkeit zur mechanischen Nachtauskühlung bei. Haustechnik, Elektroinstallation, Beleuchtung und Sonnenschutz werden auf den neuesten Stand gebracht bzw. komplett erneuert. Via digitales Hausleitsystem lassen sich Fenster, Heizung, Beleuchtung und Beschattung optimal steuern und automatisch überwachen. Die Heizkörper in den Korridoren werden teilweise entfernt und jene in der Turnhalle vollständig, da diese nach der Fassadensanierung nicht mehr notwendig sind. Die Schulanlage erfüllt künftig die bisherigen Minergie-A-Standards. Damit übertrifft sie die Ziele der kommunalen Immobilienstrategie, die für Sanierungen GEAK B/B (Gebäudeenergieausweis der Kantone) vorgibt. Eine noch bessere Energieeffizienz wäre nur mit einem Neubau zu erreichen. Dieser wäre aber deutlich teurer als die Sanierung.

Energetische Sanierung, Photovoltaik-Anlage, Anschluss an die Fernwärme: Diese Massnahmen tragen wesentlich dazu bei, dass die Gemeinde die Vorgaben ihrer Energie- und Klimastrategie erreicht. Diese gibt für die Gemeindeverwaltung folgende Ziele vor: 100 Prozent erneuerbare Energie und 50 Prozent Eigenversorgung (Primärenergie-Bedarf lokal decken) bis 2030 sowie Klimaneutralität bis 2035.

Umgebung und Mikroklima

Rund 50 Prozent der heute asphaltierten oder mit Verbundsteinen besetzten Fläche wird entsiegelt. Dadurch verbessert sich das Mikroklima. Weiter ist vorgesehen, als Schattenspender rund 40 zusätzliche Bäume und diverse Sträucher zu pflanzen. Bei der Auswahl der Pflanzen wird darauf geachtet, dass sie dem fortschreitenden Klimawandel standhalten. Eine Begrünung der überdachten Verbindungswege hingegen ist wegen der statischen Bedingungen nicht möglich. Nordseitig wird die Strasse verschmälert und der Grünraum verbreitert. Entlang des Zugangswegs reihen sich Schulgarten, Spielelemente und Nischen mit Sitzmöglichkeiten – so entsteht quasi ein Freiluft-Schulzimmer. Der Weg mündet in den Sportplatz für Ball- und Gruppenspiele und wird gesäumt von einem bepflanzten, leicht modellierten Gelände, das sich als Spiel- und Lernort nutzen lässt. Bereits vorgezogen wurde die Gestaltung südlich des Pavillons, damit dem Kindergarten und der Tagesschule rechtzeitig ein kinderfreundlicher Aussenraum zur Verfügung steht. Von der neu aufgewerteten Umgebung der Schulanlage profitieren ausserhalb der Unterrichtszeiten auch die Kinder der Nachbarschaft.

Der Sportplatz ist für einen regulären Spiel- und Trainingsbetrieb eines Fussballclubs gemäss den geltenden Normen zu klein. Die verfügbare Fläche kann auch nicht erweitert werden. Geprüft wurde aber ein optimierter Betrieb, zum Beispiel durch den Einbau einer automatischen Sprinkleranlage und durch weitere technische Ergänzungen. Wegen der vergleichsweise hohen Investitionen von geschätzten 200'000 bis 250'000 Franken wurde die Idee verworfen. Auch so bliebe der Platz zu klein.

Statt 26 gibt es künftig noch 18 Parkplätze für Personenwagen. Das ermöglicht mehr Grünfläche und spielt Raum für die Schülerinnen und Schüler frei. Die 18 Parkplätze reichen für die Lehrerschaft, wie eine Abklärung ergeben hat. Die Zahl entspricht den Vorgaben der Normierungsorganisation im Strassen- und Verkehrswesen der Schweiz (VSS). Das Risiko, dass deswegen häufiger im Quartier parkiert wird, ist minim. Die Verkehrskommission wird die Entwicklung verfolgen und bei Bedarf geeignete Massnahmen diskutieren. Für Velos entstehen am Bersetweg 50 zusätzliche gedeckte Abstellplätze. Das bestehende Vordach bietet heute Platz für 40 Velos 90 Scooter.

Die Schule hat bisher keinen Bedarf angemeldet. Die Leerrohre für E-Ladestationen werden aber gelegt. Zudem ist die Elektro-Hauptverteilung bereits für künftige Ladestationen ausgelegt. Die Kosten für die allfällige spätere Nachrüstung betragen für die Grundausstattung 10'000 Franken und pro Platz rund 2'500 Franken.

Kosten und Finanzierung

Die Kosten von 14,4 Mio. Franken für die Gesamtsanierung der Schulanlage Melchenbühl (inklusive Turnhalle, Hallenbad und Aussenraum) wurden mit dem Sanierungsprojekt für das Gemeindehaus verglichen. Die beiden Gebäude sind etwa gleich alt, weisen eine ähnliche Struktur auf und lassen sich auch hinsichtlich technischer, betrieblicher und energetischer Defizite vergleichen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Kosten für die Schulhaussanierung (ohne Turnhalle und Hallenbad) mit 2'768 Franken pro Quadratmeter ähnlich sind wie jene für die Erneuerung des Gemeindehauses mit 2'675 Franken pro Quadratmeter.

Ein Neubau wäre deutlich teurer als die Sanierung. Allein die Mehrkosten für das Schulhaus – also ohne Turnhalle, Hallenbad und Aussenraum – betragen rund 2,4 Mio. Franken. Das zeigen die Kostenkennzahlen vergleichbarer Neubauprojekte seit 2019, die in der CRB-Datenbank (Standards für das Bauwesen) aufgeführt sind. Für die Sanierungsvariante spricht auch der Aspekt der Nachhaltigkeit: Im Vergleich zum Neubau lässt sich in erheblichem Mass graue Energie sparen.

Die Kostengenauigkeit des vorliegenden Bauprojekts beträgt plus/minus 10 Prozent inklusive Nebenkosten, Reserven und 7.7 Prozent Mehrwertsteuer. Ein externes Büro hat die Kosten des Vorprojekts überprüft und eine solide Kostenermittlung attestiert. Die Kostenschätzung von 14,4 Mio. Franken für die Gesamtsanierung basiert auf dem Baukostenindex für Hochbauten vom Oktober 2022. Die seitherige Teuerung ist nicht berücksichtigt, jedoch sind hierfür Reserven eingebaut. Der Baukostenindex von 2022 enthält die kräftige Baupreissteigerung von fast 8 Prozent seit 2021. Inzwischen hat sich die Teuerungssituation entspannt. Aber klar: Falls zum Beispiel die Preise für Photovoltaik-Panels in den nächsten Monaten um 20 bis 30 Prozent steigen oder andere Materialien sich massiv verteuern, wird sich dies auf die Gesamtkosten auswirken.

Die Kosten wurden seriös und realistisch berechnet. Ein striktes Kostenmanagement sorgt für die Einhaltung der Vorgaben. Für unerwartete Kosten sind Reserven eingerechnet. Nachkredite sind unwahrscheinlich. Ein gewisses Risiko besteht bei der Teuerung (siehe oben) und bei der Altlastensanierung. Es wurden umfangreiche Sondierungen und Probennahmen durchgeführt. Die Wahrscheinlichkeit von grösseren, bisher unbekannten Schadstoffvorkommen im Gebäude wird als eher gering eingestuft. Die grösste Unbekannte betrifft eingebaute Schadstoffe in Steigzonen, Decken- sowie Wandkonstruktionen, die erst bei der Demontage zum Vorschein kommen. Gleichzeitig besteht aber auch die Chance, dass die Altlastensanierung am Schluss günstiger ausfällt als angenommen. Wichtig ist Kostendisziplin im weiteren Verlauf des Projekts. So gilt es etwa bei der Innenausstattung (z. B. Anzahl Einbauschränke) Mass zu halten.

Nicht eingerechnet im Kredit sind die Kosten für Schulmöbel, die wegen Defekten eventuell ersetzt werden müssen. Dabei handelt es sich aber um ohnehin anfallende Kosten, die nicht ins Gewicht fallen. Nicht Teil des Kredits sind die Mietausgaben von rund 1,3 Mio. Franken für das Schulprovisorium; noch offen sind die Umzugskosten. Gleichzeitig ist auf der Kostenseite zu berücksichtigen, dass die Betriebs- und Unterhaltskosten künftig spürbar tiefer sind – insbesondere dank der energetischen Sanierung und der neuen Photovoltaik-Anlage, die den Strombedarf deckt.

Die Sanierung der Schulanlage Melchenbühl wird über den Topf zur «Vorfinanzierung von Schul- und Verwaltungsanlagen des Verwaltungsvermögens» finanziert. Solche Spezialfinanzierungen dienen dazu, einen Teil der Einnahmen für bestimmte Aufgaben zu reservieren. Laut dem aktuellen Finanzplan der Gemeinde führen sämtliche bis 2028 geplanten Investitionen – also nicht nur jene in Schulhäuser, sondern auch in alle anderen Infrastrukturen – zu einer leichten Nettoverschuldung von maximal 1'500 Franken pro Einwohner. Bis 2028 sind für die Sanierung und Erweiterung von Schulhäusern 80 Mio. eingeplant. Die Gemeinde kann sich die notwendigen Investitionen in die diversen Infrastrukturen ohne Steuererhöhung leisten. Der Investitionsplan nimmt auf die finanziellen Ziele der Gemeinde Rücksicht.

Provisorium und Bauphase

Für die Zeit der Bauarbeiten mietet die Gemeinde eine Container-Schule mit gedecktem Aussenbereich. Geplant ist das Provisorium auf dem heutigen Allwetter-Hartplatz. Dieser Standort bedingt allerdings ein Näherbaurecht bzw. eine baurechtliche Ausnahme zur Unterschreitung des Grenzabstandes. Sollte sich dies als problematisch erweisen, wäre alternativ der Rasensportplatz eine Möglichkeit. Im Sommerhalbjahr 2025 besteht während rund 6 Monaten keine Möglichkeit, die Turnhalle und das Hallenbad zu nutzen. Es findet dann mehr Sportunterricht im Freien statt – was zu neuen Erlebnissen und Erfahrungen führen könnte.

Die Bauarbeiten starten im Sommer 2024 und dauern rund ein Jahr. Der Baustellenverkehr wird so weit wie möglich über die Worbstrasse und den südlichen Teil des Bersetwegs geführt. Da die Gemeindebetriebe gleichzeitig die Kanalisationsleitungen sanieren und die Fernwärme ausbauen, sind Fahrten zur Schulhaus-Baustelle via Alpenstrasse/Tannenweg nicht ausgeschlossen.

Das detaillierte Sicherheitskonzept wird noch erarbeitet. Aus Sicherheitsgründen ist geplant, den Schulweg auf dem Areal teilweise umzulegen und teilweise via Tannenweg 23 zu führen. Die Schulleitung wird die Eltern und Kinder rechtzeitig und umfassend informieren.

Der in den heutigen Baumaterialien der Schulanlage teilweise vorhandene Asbest stellt im gegenwärtigen Schulbetrieb keine Gefahr dar. Dasselbe gilt für PCB (chlorierte Kohlenwasserstoffe). Auch die Radonmessungen haben ergeben, dass die zulässigen Werte eingehalten werden. Während der Bauzeit gilt es sicherzustellen, dass keine Asbest- und PCB-Fasern freigesetzt werden. Deshalb werden speziell ausgebildete Fachleute die betroffenen Bauteile vorgängig bearbeiten, demontieren und entsorgen.

Projektgeschichte

Das Projekt für die Gesamtsanierung startete vor über sechs Jahren. Seither haben sich die räumlichen, baulichen, technischen und energetischen Anforderungen stark verändert. Der lange Entstehungsweg führte dazu, dass die Kostenschätzung sukzessive stieg: von 4 Mio. Franken für das erste Projekt mit raumergänzendem Neubau und einer oberflächlichen Sanierung des bestehenden Schulgebäudes auf die aktuellen 14,4 Mio. für die Gesamtsanierung inklusive Turnhalle, Hallenbad und Aussenraum. Im Jahr 2020 bot sich der Gemeinde die Gelegenheit, das ehemalige Kirchgemeindehaus (heute Pavillon) zu erwerben. Dies veränderte die Voraussetzungen für das Projekt grundlegend und führte zu weiteren Verzögerungen. Am Anfang war auch das Projektmanagement mangelhaft.

Die Abteilung Hochbau + Planung war zu Beginn des Projekts zu wenig professionell aufgestellt. Beim Start wurde kein Pflichtenheft erstellt, somit fehlte eine klare Bestellung. Auch wäre es möglich gewesen, die Kosten etwa für die Barrierefreiheit, den Brandschutz und die Schadstoffsanierung früher zu erkennen. Die Gemeinde reagierte: Durch Fluktuationen liessen sich die Bereichsleitung und die Projektleitung neu besetzen; ein erfahrener Projektleiter baute ein projektbezogenes Qualitätsmanagement (PQM) auf. Für künftige Bauprojekte sind die Lehren gezogen: Künftig ist jederzeit ein professionelles Projektmanagement sichergestellt.

Weitere Schulraumplanung

Eine Studie von Infraconsult aus dem Jahr 2018 ergab für alle sechs Schulstandorte (also inklusive Melchenbühl) bis 2035 einen Investitionsbedarf von insgesamt 71.5 Mio. Franken. Die aktuelle Schätzung geht aufgrund der Teuerung und des Bevölkerungswachstums von rund 100 Mio. aus. Die Studie prognostizierte bis 2035 einen Bedarf an 62 Klassen (plus 9 gegenüber 2016/2017). Aufgrund der effektiven Entwicklung der Anzahl Schülerinnen und Schüler ist die Prognose aber eher defensiv.

Gemäss aktuellem Stand der Schulraumplanung folgt die Gesamtsanierung der Schulanlage Horbern. Die Kosten belaufen sich auf schätzungsweise 10 Mio. Franken. Die Bauarbeiten starten voraussichtlich im Sommer 2026. Statt die verschiedenen Mängel (Gebäudehülle, Fenster, sanitäre Installationen etc.) über mehrere Jahre separat zu beheben, verfolgt die Gemeinde auch hier das Konzept einer Gesamtsanierung. Für die weiteren Schulanlagen braucht es teilweise noch zusätzliche Abklärungen. Für den Standort Seidenberg etwa muss der Gemeinderat entscheiden, ob er eine Totalsanierung oder einen Campus-Neubau verfolgen will. Die bevorstehenden Sanierungen bzw. Neubauten sind auf die Investitionsplanung der Gemeinde abzustimmen.

Die Bereiche Bildung, Bauen und Finanzen arbeiten in der Schulraumplanung eng zusammen. Alle Investitionsprojekte mit Kosten von mehr als 3 Mio. Franken werden in einem eigens dafür eingerichteten Gremium koordiniert, in der so genannten Ad-hoc-Kommission im Auftrag des Gemeinderates. Die für die Bildung und das Bauen zuständigen Gemeinderätinnen leiten diese Kommission, wenn es um Bildungsbauten geht; darin vertreten sind auch die Leiter der Bereiche Bildung und Hochbau + Planung. Fortlaufend finden Absprachen mit der Abteilung Finanzen statt. Bei den einzelnen Sanierungsprojekten sitzen die betroffene Schulleitung bzw. ein Delegierter der Lehrerschaft und eine Vertretung des Gebäudebetriebes im Projektteam.

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